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TALKING POINT auf IBI
  • 2020-Aug-20

TALKING POINT auf IBI

Nachhaltigkeit oder Wassersport?

"Navigare necesse est, vivere non est necesse" sprach vermutlich Pompeius Magnus bereits vor Christi Geburt aus - und er hat natürlich immer noch recht. Was wäre das Leben ohne Boote!

Während der Lebensdauer dieser Weisheit hat sich allerdings der Horizont des Seefahrers und somit auch des Wassersportlers erheblich erweitert. Magnus hat sich mehr mit Caesar innenpolitisch gestritten als sich um Nachhaltigkeit Gedanken zu machen. In der Antike gab es quasi keine Alternativen zu hölzernen Fahrzeugen.

Dennoch müssen wir uns klar machen, daß die Kunden der Wassersportindustrie heute eine Wahl haben, was die Nachhaltigkeit unserer Leidenschaften angeht. Fernerhin hat unsere Industrie erheblichen Einfluß darauf, die Wünsche der Kundschaft zu beiderseitigem Nutzen geschickt zu beeinflussen.

Motoren- oder Windantrieb, Verbrenner oder elektrischer Antrieb, Kunststoff oder Holz, Stahl oder besser Aluminium, Gleiter oder Verdränger, Einwegrenner oder langlebige Konstruktion – es gibt viel zu entscheiden, sowohl vom Verbraucher als auch von der Industrie. Leider sind die zu treffenden Entscheidungen meist recht digital, da sich kaum Zwischenlösungen für die Problematik anbieten.

Meiner Beobachtung nach ist der Verbraucher hinsichtlich Nachhaltigkeit momentan fortschrittlicher als die Wassersportindustrie selbst. Im Alltag wird Nachhaltigkeit für immer mehr Menschen zur Lebensmaxime und dringt folglich in unseren Sektor immer tiefer ein. Die Obrigkeit trägt ihrerseits mittels der EU-Sportbootdirektive und anderer Gesetzgebung zum Thema hinzu.

Sicherlich gibt es bereits gute Ansätze. Da werden z.B. Mineral- oder Hanffasern bei Verbundwerkstoffprodukten eingesetzt. Ziemlich ausgereifte elektrische Antriebe sind auf dem Weg vom Verbrennungsmotor zum Wasserstoffantrieb als Zwischenlösung auf dem Markt. Abwasseraufbereitungsanlagen sind erhältlich, die fast klares Wasser in die Umwelt abgeben. Yachthäfen fokussieren sich immer mehr auf die Umwelt und deren Erhalt. Es gibt etliche Bestrebungen Boote und Yachten am Ende ihrer Funktionalität entweder entsorgen oder, zumindest teilweise, wiederverwerten zu können.

Schön und gut, aber geht da nicht noch viel mehr?

Der Verbraucher sucht bereits danach! Das angeschlagene Image unserer Branche würde verbessert. Neue Käuferschichten lassen sich finden.