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TALKING POINT auf IBI
  • 2021-Feb-25

TALKING POINT auf IBI

Leiden auch Benannte Stellen unter Corona?

Bekanntlich unterliegt der Teil unserer Industrie, der Fahrzeuge zwischen 2,5 und 24 m Länge und deren Komponenten und Motoren produziert und in der EU auf den Markt bringt, auch der Sportbootdirektive 2013/53/EU. Teil des Szenarios dieser Gesetzgebung sind die sogenannten „Benannten Stellen“, die je nach angewendetem Modul das erforderliche CE-Zeichen nach bestandener Prüfung für das Produkt vergeben können. Die Produkte, die sich im Geltungsberiech der Direktive befinden, müssen dieses Zeichen tragen.

Nun leidet unsere Industrie, wenn auch nicht so sehr wie von mir anfangs befürchtet, unter Corona. In einigen Bereichen sind die Zahlen völlig zusammengebrochen, in anderen sind sie stabil und in wenigen Sektoren haben sie sich erstaunlicherweise sogar verbessert.

Wie sieht der Alltag der Benannten Stellen aus? Leiden auch sie unter dem Virus und falls ja, wie begegnen sie der Herausforderung?

Inspektionen auf Werften oder bei anderen Herstellern sind immer mit einer Reise verbunden. Reisen an sich ist zur Zeit bekanntlich aber sehr schwierig, insbesondere wenn dabei Landesgrenzen überschritten werden müssen. Einige Länder haben ihre Grenzen einfach geschlossen, andere halten sie unter gewissen Auflagen offen. Wie dem auch sei, so verlängert diese Situation den gesamten Zertifizierungsprozeß oder macht ihn sogar unmöglich. Die Kosten steigen ebenfalls. Als Ausweg daraus fangen Benannte Stellen jetzt zum Teil mit Fernuntersuchungen an, wie es bei Klassifikationsgesellschaften im Bereich der Großschiffahrt schon länger gang und gäbe ist. Sicherlich kann dieser Ansatz Präsenzinspektionen nicht vollständig ersetzten, kann sie aber kostengünstig ergänzen. So sind letzten Endes statt 2 oder 3 Inspektionsbesuchen nur 1 oder 2 nötig. Die offenstehenden, ungeklärten Punkte werden später dann online geklärt.

Der Besichtiger einer Benannten Stelle weist einfach einen Mitarbeiter des Herstellers im Rahmen einer aufgezeichneten Videokonferenz an, ihm per Kamera das eine oder andere Objekt zu zeigen oder vor seinen Augen ein bestimmtes Maß zu nehmen. Die Aufzeichnung wird dann schließlich archiviert und die Angelegenheit ist erledigt. Das CE Zeichen winkt.

Es geht voran!